Montag, 18. August 2014

The final countdown: Frühlingstrasse 26 Teil 2

Zum 1. September 2011 übernahm also Verwalter Escher im Auftrag der VU GmbH aus Schneeberg die Verwaltung des Hauses Frühlingstrasse 26/26a.

Und schon ein paar Tage später lernte er den Mieter kennen, einen gewissen Herrn Dienelt:
Anfang September 2011 habe ihm der alte Verwalter, Herr F., „fast entschuldigend“ mitgeteilt, dass “Dienelt” einen Mangel am Boden in der Küche angezeigt habe. Er habe dann eine Handynummer angerufen und mit dem Herrn, der für ihn Herr Dienelt gewesen sei, gesprochen. Sie hätten sich das dann gemeinsam angesehen. Es habe sich jedoch nicht um einen echten Fehler gehandelt, sondern nur um eine geringfügige Absenkung. Er gehe davon aus, „dass man uns mal kennen lernen wollte“
http://www.nsu-watch.info/2013/06/protokoll-16-verhandlungstag-26-juni-2013/

Wie allseits bekannt waren diese Terroristen zwar pünktliche Mietzahler, aber schwierig.
Und so pingelig...


Es habe dann noch ein Treffen in der Wohnung gegeben zusammen mit dem Hauseigentümer. Da habe „Dienelt“ aber mitgeteilt, dass nur eine Bekannte anwesend sein könne. Sie hätten sich dann mit Zschäpe, „wie wir heute wissen“, den Schaden angeschaut. Große Worte seien nicht gewechselt worden, ihm sei nicht klar gewesen, dass sie dort ständig wohnt. Das seien die einzigen Berührungspunkte mit dieser Wohnung gewesen, so E. Er sei öfter mal im Anwesen gewesen, in der Woche sicher zwei oder drei Mal, aber ohne jemandem zu begegnen.
So ähnlich erging es auch den Handwerkern, die die beiden leerstehenden Dachgeschosswohnungen ausbauten: Niemand daheim...


Heiko Portleroi am selben Verhandlungstag:
“Frau Zschäpe, da hatte ich mich angemeldet und dann die zwei jungen Männer. War eben Kundschaft. Und im Haus hab ich Frau Zschäpe einmal gesehen, sonst gar nicht. War immer ruhig.”


Rene Kaul, der andere Handwerker, Helfer vom Portleroi:
Zu den Männern sagt K.: “Sportlich, der eine mit Segelohren. Der eine war größer, auch der andere war sportlich, kurze Haare.” Einmal sei einer von beiden runter gekommen und habe gefragt, ob er einen Sessel zum Sperrmüll mit hinstellen könnte, ob K. den mit entsorgen könne. Götzl fragt, welcher der beiden, das gewesen sei. K.: “Der Uwe, der größere von beiden, nicht der Herr Böhnhardt, ich komm gerade nicht auf den Nachnamen.” Er habe, so K. auf Nachfrage, den Uwe, dessen Name ihm gerade nicht einfalle, mehrfach mit dem Fahrrad gesehen. Götzl hält K. vor, er habe ausgesagt, alle drei Personen mit Fahrrädern gesehen zu haben.
K.: “Ja, ist richtig, aber nie alle drei zusammen, sondern einzeln.”
Götzl fragt, ob K. Informationen dazu habe, wie die drei Personen zueinander standen. K. sagt, er habe keine Erinnerung, Götzl hält ihm eine Aussage vor, wonach K. ausgesagt hat, eine der männlichen Personen und die weibliche Person miteinander befreundet gewesen seien. K. sagt, ein Mann sei immer mit der Frau zusammen gewesen, die andere männliche Person immer allein. Welcher denn mit der Frau zusammen gewesen sei, will Götzl wissen.
K.: “Den größeren mit den Segelohren hab ich mit der Frau zusammen gesehen. Was der Herr Böhnhardt war, oder?” Noch einmal geht es um Lärm. K. sagt, man habe auf der Holztreppe immer gehört, wenn jemand rauf oder runtergegangen sei oder wenn oben oder unten jemand gearbeitet habe.
Es sieht so aus, als ob die Handwerker nur selten Jemand vom Trio sahen, aber Böhnhardt und Zschäpe dort wohnten. Mundlos eher nicht.

Es fällt auf, dass nie ein Datum angegeben ist, wann denn die Handwerker "das Trio" oder Teile davon sahen: Im September 2011, oder nach der Auszahlung der Mietkaution an Herrn Dienelt Ende September 2011.


Anhand des Internetverlaufes kann man darauf schliessen, dass dort im September jemand war, danach nur noch sporadisch:





Das ist ein Indiz, mehr nicht.

Herr Escher hatte einen Termin mit "Herrn Dienelt" und "Frau Dienelt" Anfang September in der Wohnung, wegen des Fussbodens in der Küche.


Der Besitzer habe das Haus wieder aufbauen wollen, das sei aber am Willen der Stadt Zwickau gescheitert, weil die Bürgermeisterin gedacht habe, dass sich da eine Kultstätte entwickeln könnte. Anfang Dezember sei das Haus an die Stadt verkauft worden „und das war’s dann.“
Nach einer Frage zum entstandenen Schaden gibt es eine Pause. Danach macht Richter Götzl dem Zeugen Vorhalte aus früheren Vernehmungen. Zunächst geht es noch einmal um die Treffen mit den Bewohnern der Wohnung. Das erste Treffen habe E. in einer Aussage auf den 6. September und das zweite auf den 20. September terminiert, außerdem habe er gesagt, dass auch beim zweiten Treffen der Handwerker P. anwesend gewesen sei. 

Schauen wir mal nach:



Zschäpe daheim.

Und am 20. September ebenfalls:



Frauen erkennt man an den besuchten Adressen... Sexy Cora...



War auch ein Uwe da, Herr Escher?


Es geht in der Befragung immer wieder um die Identifizierung der Personen. Die Person, die ihm beim ersten Treffen geöffnet habe, und die er für „Dienelt“ gehalten habe, könne er „aufgrund der Vielzahl der Fotos“ nicht wieder erkennen, so E. Sie sei jedenfalls etwa Mitte 30 und größer als er selbst, gewesen und habe kurze bzw. abrasierte Haare gehabt.
Danke, also ein Uwe, am 6. September, denn Dienelt hat keine abrasierten Haare und ist deutlich kleiner.





Welcher Uwe?


Götzl legt ihm eine Lichtbildmappe vor, die ihm auch bei der Polizei vorgelegt wurde. Bei Bildern von Böhnhardt und Mundlos sagt er, Böhnhardt sei nicht die Person gewesen, die er getroffen habe, bei Mundlos könne er es nicht ausschließen. Beim Bild von Zschäpe sagt er, dass dies wieder ein Bild sei, „wo sie nicht so aussieht.“ Bei einem Bild von Susann E., Ehefrau des Mitangeklagten André E., sagt er, das könne die Person gewesen sein, wenn die Haare schwarz und schulterlang und sie von der Statur her eher klein sei. Kinder habe er in der Frühlingsstraße nie gesehen, sagt der Zeuge E. auf Nachfrage von Götzl.
Ah ja. Herr Escher traf also Mundlos am 6.9.2011 in der Wohnung, und Zschäpe oder Susann Eminger waren auch da. 



Herr Escher, 
Herr Portleroi, Herr Kaul, 
da muss doch ein Wohnmobil gestanden haben
denn das wurde bei Caravan Bresler am 5.9.2011 abgeholt, am 7.9.2011 war am Morgen der Banküberfall in Arnstadt, da müssen Sie doch das Wohnmobil am Haus gesehen haben!



Und im ganzen langen Protokoll der Befragung der 3 Zeugen am 16. Verhandlungstag kommt keine einzige Nachfrage zu diesem Arnstädter Wohnmobil vor.



60 Anwälte im Saal, 
keiner kennt die Akten, 
keiner will die Wahrheit wissen, 
und der mutmassliche BfV-Beauftragte Wolfgang Stahl, Verteidiger von Zschäpe, will den Zug nach Hause bekommen, quengelt rum, schützt Kopfschmerzen bei Zschäpe vor, es ist eine groteske Theatervorstellung gewesen, für die man sich schämen muss.





Lesen Sie es nach:
Plötzlich interveniert RA Stahl. Wie lange die Sitzung denn noch geplant sei, will er wissen. Götzl sagt, er wolle noch den Zeugen zu Ende befragen und auch noch den weiteren anwesenden Zeugen befragen. Stahl sagt, sein reservierter Zug sei jetzt weg, er habe keine Sitzplatzreservierung mehr und müsse am nächsten Morgen vor sieben Uhr aufstehen.
http://www.nsu-watch.info/2013/06/protokoll-16-verhandlungstag-26-juni-2013/


Mandantenverrat ist ein gutes Stichwort dazu.
Das ständige Auslassen sämtlicher Elfmeter kann man nur als Mandantenverrat begreifen.

Die Rolle der Verteidiger, und zwar Zschäpes UND Wohllebens ist dubios.
Mit Rechtsstaat hat das nichts zu tun, sondern mit Deals, mit Absprachen im Vorfeld eines Prozesses, und das ist das genaue Gegenteil von Rechtsstaat.


Von den 50 Anwälten der Nebenklage ist ebenfalls nichts zu erwarten.
Die wollen die Wahrheit auch nicht wissen, das Gegenteil dürfte zutreffen.
Der Rechtsstaat existiert nicht in der BRD. Er ist eine Farce.


In Teil 3 wird es dann um den Subjektiven Teil gehen, den ersten Ordner haben wir fast erledigt.


http://www.file-upload.net/download-9396835/Bd-4-2-1-Ordner-1-Komplex-Whg-TRIO-Fru----hlingsstr-26-Zwickau.pdf.html


Aber ein Detail noch aus Ordner 1:



Blumenkästen sind vorhanden, im August 2011, ...




... die am 24.10.2011 weg waren,
(Auszug Ende September ist die These), ...



... und am 4.11.2011 waren sie wieder da, mit Ü-Cameras... versteckt in Plastikblumen.


Ein arrangierter Tatort?
Wie das Wohnmobil auch?

Kommentare:

  1. Interessant, dass sie den Verwalter gerufen haben, obschon gar kein richtiger Schaden an der Wohnung vorhanden war. Offenbar wollten die Uwes und Beate, dass man MEINT, die würden dort wohnen. Interessant, das ist schon so was wie eine Spur....

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  2. Ich habe gerade das Kopp-Interview gelesen und da kam mir der Gedanke, ob es nicht sinnvoll wäre, ganz oben auf Deiner Seite die eklatantésten Widersprüche aufzuführen.
    Ähnlich wie bei der Antwort auf die Frage bei Popp: Die NSU-Geschichte hat einige logische Brüche. Was sind aus Ihrer Sicht die gravierendsten?

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  3. Ja, das war nicht (mehr) die eigentliche Wohnung, Du dürftest richtig liegen.

    Wir werden das in Teil 3 weiter vertiefen.

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  4. Der Download der pfd ( ca. 40 MB ist leer

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  5. Im Forum ist ein Zweitlink.
    Download-Links im Obersten Unterforum.

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  6. Zum Blumenkasten Vorderfront:

    Anlage 3: Lichtbild der L.S.E. GmbH, gefertigt am 11.08.2011: Dort sieht man am 6.Fenster von links Blumen herunterhängen.

    Auf den beiden farbigen Bildern (Bild 246 u. Bild 246a) darunter wird jeweils auf das 5. Fenster von links Bezug genommen. Dort war nie ein Blumenkasten.

    Das maßgebliche 6. Fenster ist durch den Baum verdeckt.

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