Freitag, 8. August 2014

BKA KT 21 : 2 Hülsen reichen für 7 Ceska-Morde

In Ergänzung zum vorherigen Blogbeitrag


Freitag, 8. August 2014

soll noch einmal zusammengestellt werden, was das BKA, KT 21 für Nachweise hat, dass es eine Ceska-Mordserie gab, und das ist entscheidend: Mit immer derselben Waffe, als die man als W04 aus Zwickau begutachtete. Innerhalb von 1 Tag, oder innerhalb von 1-2 Stunden, bevor diese Waffe als Mordwaffe vom Generalbundesanwalt am 11.11.11 verkündet wurde. Eingangsdaten beim BKA: Sowohl 10.11.2011 als auch 11.11.2011.

Die am 9.11.2011 im Schutt in Zwickau namenlos und Uhrzeit-los aufgefundene Waffe...






Ein Datum kann nur stimmen. Es ist dieselbe Dienststelle beim BKA: KT 21.

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Das BKA wird feststellen, die Frage ist: Wann und wie, dass diese Waffe aus Zwickau die Mordwaffe der 9-fachen Mordserie zwischen 2000 und 2006 ist und die Seriennummer 034678 hat, also aus der Schweiz stammt.


Feststellen tut man das aufgrund der Gutachten, die KT 21 in den Jahren 2000-2006 gefertigt hat. Jeder Mord ist eine Aktennummer in der Tatmunitionssammlung.

Man hat 9 Hülsen, davon 7 aus den beiden ersten Morden.
2 aus den letzten 7 Morden.




Und man hat 26 Geschosse:



Die Logik ist: 

Wenn alle Geschosse zu derselben Waffe passen, (auch wenn man diese Waffe zum Mordzeitpunkt der einzelnen Taten mangels Hülsen gar nicht bestimmen kann), und zu einigen Geschossen gibt es Hülsen, die man auch damals schon einer Ceska 83 zuordnete, und diese Hülsen passen zu W04 aus Zwickau, dann passen alle Geschosse zu W04 aus Zwickau.

Stimmt diese Logik, ist das ein zulässiger Schluss?


Das BKA hat diesen Schluss durch Beschuss der Waffe W04 abgesichert, man gewann so Vergleichshülsen und Vergleichsgeschosse, und diese Teile verglich man mit denen in der Munitionssammlung, also den Tatorthülsen und Projektilen.


Hätte es bei jedem Mord auch Hülsen gegeben, wäre dieser Schluss nicht nötig gewesen.
Problem: Es gab Hülsen der Ceska nur wie folgt:

1. Mord: 5 Hülsen
2. Mord: 2 Hülsen
3. Mord: -
4. Mord: -
5. Mord: 1 (stehend unterm Kühlschrank)
6. Mord: -
7. Mord: -
8. Mord: 1 (liegend auf der Kasse)
9. Mord: -

(Bilder im Eingangs verlinkten Blogbeitrag)



Für die ersten beiden Morde in Nürnberg ist der Fall recht klar: Geschosse und Hülsen.



Bei den nächsten beiden Morden in Hamburg und München 2001 hat man keine Hülsen.


2 Hülsen der unbekannten Waffe Kal. 6,35 mm in Hamburg

2001 war die Tabelle noch korrekt:

keine Ceska-Hülse in Hamburg, nur 1 Geschoss.




Und dann nach 30 Monaten Pause, mit anderer Munition. S&B statt PMC.




Was fehlt? Kassel. Der letzte Mord.
Dortmund 2 Geschosse, 1 Hülse.
Kassel 2 Geschosse, 0 Hülsen.

Gemeinsames Gutachten, Auszug:




Wahrscheinlich war es eine Ceska 83, mit Schalldämpfer.
Steht da.

Da steht nicht "mit hoher Wahrscheinlichkeit", oder gar "mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit".
Es war wahrscheinlich eine Ceska 83.

Muss aber nicht eine Ceska 83 sein...


Das ist doch interessant, oder nicht?
Es ist doch seit der Blitzverkündung nach Handauflege-Schnellprüfung am 11.11.2011 TODSICHER ZU 100% die Zwickauer Waffe W04, ohne auch nur den geringsten Zweifel.

Oder hat man jemals von "Restzweifeln" gelesen oder gehört?



In Hamburg brauchte man 2 Monate, bis man das Geschoss der Nürnberger Ceska 83 zugeordnet hatte. Senatsbericht 2014, oder im Blog...


Warum?
Und warum änderte sich zwischen 2001 und 2006 die Nummer der Sammlung, und die Nummer des Gutachtens?


Beim 4. Mord, Kilic, konnte man keine Aussagen zum Waffensystem treffen:


Waffe unbekannt. Steht da. 5.3



Beim 5. Mord an Turgut kann man die stehende Hülse zuordnen:


Man wusste wenig: Die stehende Hülse wahrscheinlich Ceska 83.
Die Projektile könnten dazu passen...

Und was ist, wenn die Hülse dort platziert wurde, "hingestellt" wurde?
Dann gibt es gar keine Mordwaffe Ceska?



Beim Mord 6, Yasar, dasselbe... keine Hülsen...


Es ist nicht zu sagen, aber es ist die Ceska 83...




Beim Mord 7, Boulgarides... keine Hülsen... aber Fetzen der durchsichtigen Plastiktüte.

"Die auf den Geschossen allein erkennbaren Waffenspuren erlauben keine nähere Aussage zu dem bei der Tatausübung benutzten Waffensystem."

Was erlaubte denn die Zuordnung zu einer Ceska 83 ?


Mord 8 und 9 mit 2 Tagen Abstand, siehe oben: Wahrscheinlich Ceska 83.





Gab es jemals eine Mordserie Ceska, mit immer derselben Waffe?
Ist das wirklich absolut sicher nachgewiesen?

2 Hülsen für 7 Morde, reicht das aus? 
2 Hülsen, die nur "wahrscheinlich" zu einer Ceska 83 gehören?



Grundsatzfragen:

Darf in einem Rechtsstaat mit unabhängiger Justiz dasselbe Personal, welches die "Waffenbestimmungen" in den Jahren 2000-2006 gemacht hat, auch die "Mordwaffe" (dubiose Auffindeumstände) begutachten, die längst als Solche ohne Prüfung verkündet wurde, und darf dieses Personal diese Gutachten vor Gericht ohne eine zweite, unabhängige Instanz vertreten?

Wurde hier der Bock zum Gärtner gemacht?

Ohne auch nur das geringste Zucken sämtlicher Verteidiger?
Zschäpes 3 Leuchten, Wohllebens 2 Anwälte, Carsten Schultzes 2 Anwälte?

Es sind keinerlei Bemühungen der Verteidiger bekannt, eine unabhängige Begutachtung zu erreichen. Es sass nicht einmal ein eigener Gutachter für die Verteidigung im Saal, der hätte kritisch nachfragen können. Anwälte sind sehr selten Schusswaffenexperten...

Wie die dummen Schuljungen liessen sich die Verteidiger vorführen.

Dieser Prozess ist eines Rechtsstaates unwürdig. 
Eine Schande.

Offensichtlich ein Schauprozess.

Kommentare:

  1. Beim Thema Ceska muß man ein paar Grundprämissen zur Kenntnis nehmen.
    Schon vor langer Zeit ist rausgearbeitet, dass die wichtige Zählerei und die Geschichte Sonderedition irrelevant ist.
    Die Ceska 83 ist nachweislich mit mehreren SD Typen unterwegs und damit auch mit verschiedenen Pistolenläufen.
    Die Umrüstung einer Ceska 83 auf SD geht mit allen hergestellten Normalos !!!!!
    Das nennt man Wechselset (SD und passender Lauf) kostete um die 700 Sfr und konnte in der Schweiz jeder kaufen.
    Unfug vor dem Hintergrund eine einschränkende Sonderserie medial zu kreieren oder dieser Möhre hinterher zu hecheln.

    Wer sich also um Identifizierung bemüht, muss neben der Seriennummer über den Lauf und den SD gehen.
    Welche Anschlussform ist am Lauf, welche Merkmale hat der SD.
    Dabei sind die BKA Waffen bisher nur mit Laufende bekannt, was einen freien Hals hat und dann erst die Arretierung.
    Hier mal eine Ausstellungswaffe des BKA.
    http://strategie-technik.blogspot.de/2013/09/4-law-enforcement-days-bei-teutodefence.html

    Das heißt, das dein kolportierter Lauftausch mit dem Waffentyp objektiv ausgeschlossen ist.
    Tausch möglich, ja.
    Aber nicht mit den bis dato bekannten Stasiswaffenlauftyp.

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  2. Das ist eine Stasi-Ceska, vergleiche die Länge des Laufes und den Abstand zwischen Pistole und SD mal mit dem bei den Schweizer Ceskas.

    Das ist alles im Blog, da musst Du noch nacharbeiten...

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  3. Nein, muss ich nicht. Das ist doch genau das, was ich dir erkläre. Natürlich ist das in der Ausstellung eine der behaupteten Stasiwaffen. Deshalb habe ich sie dir doch gezeigt.
    Dieser Lauf Fatalist kann nicht getauscht sein mit der Zwickauwaffe, wie du ausführst.
    Ausgeschlossen!

    Noch mal.
    Die bisher bekannten Lauftypen der BRD-Altwaffen kommen nicht in Frage für einen Tausch.

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  4. Das ist mir zu hoch, da komme ich nicht mit...

    Natürlich passen die Läufe in alle Pistolen, die kann man untereinander tauschen, und natürlich kann man einen längeren Lauf einer Stasi-Ceska KÜRZEN und ein neues Gewinde draufschneiden, so dass er wie der Lauf einer "Schweizer Ceska" aussieht.

    Warum sollte das nicht gehen?
    Kürzer geht immer.

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