Montag, 23. Juni 2014

Ermitteln verboten. Aus einer Stasi-Ceska wurde eine Schweizer Waffe gemacht? Teil 5

Der "Verkäufer einer osteuropäischen Dienstwaffe" Andreas Schultz vom Madley in Jena hat also eine Waffe und 50 Schuss Munition OHNE Schalldämpfer an den Angeklagten Carsten Schultze verkauft, der diese Waffe auch nie Ceska nannte, und dieser Verkauf fand 2001/2002 statt, weshalb im Haftbefehl des GBA "2001/2002" und 6-fache Beihilfe zum Mord steht.

Das haben wir -samt Falschaussage eines Polizisten vor Gericht- in Teil 4 herausgearbeitet.

Wenn wegen dieser Waffe der Angeklagte Wohlleben seit Nov 2011 in U-Haft sitzt, und der Angeklagte Carsten Schultze deshalb verhaftet wurde, dann stellt sich doch die Frage, was mit Andreas Schultz passierte? 

Schalldämpfer = Mordabsicht, so geht die Logik der Anklage.
Leise im Keller schiessen wollen gilt nicht.



http://www.spiegel.de/panorama/justiz/nsu-acht-verdaechtige-aus-dem-umfeld-der-neonazi-terroristen-a-868302.html


Das Bundeskriminalamt (BKA) regte daher am 23. März in einem Erkenntnisvermerk an die Bundesanwaltschaft an, ein Ermittlungsverfahren gegen Andreas S. einzuleiten wegen des Verdachts auf Beihilfe zum Mord. Der Verkauf von zwei Schusswaffen - Andreas S. soll noch eine weitere Pistole geliefert haben - ausgerechnet an den NSU-Kontaktmann Ralf Wohlleben lasse vermuten, dass S. gewusst habe, für wen die tödlichen Werkzeuge bestimmt gewesen seien.


Zweieinhalb Wochen später schrieb der zuständige Staatsanwalt beim Bundesgerichtshof zurück an das BKA in Meckenheim: Ein Ermittlungsverfahren gegen Andreas S. komme nicht in Frage, es läge kein Anfangsverdacht einer Straftat vor. Das war insofern bemerkenswert, als dass Carsten S., der im Auftrag Wohllebens die Waffe von Andreas S. übernommen haben soll, inzwischen wegen Beihilfe zum Mord in neun Fällen angeklagt worden ist. Die Bundesanwaltschaft erkannte in seinem Fall in dem mitgelieferten Schalldämpfer einen Hinweis darauf, dass mit der Ceska getötet werden sollte.
Andreas S. aber blieb Zeuge, bis heute.

Na, wie ist das?
Dem Herrn Andreas Schultz passierte GAR NICHTS.

Er wurde belohnt mit Straffreiheit, für folgende Aussage:


Grundlage der Ermittlungen sei die Aussage von Andreas Sch. am 9. Februar 2012 gewesen, wonach die Waffe, die er an Carsten S. weiterverkauft haben will, von Lä. gekommen sei.
Nach der Verhaftung von Carsten Schultze am 1.2.2012  wegen 6-facher Mordbeihilfe durch Waffenkauf und Übergabe an die Uwes 2001/2002 hat der Verkäufer Andreas Schultz nachgelegt: Die Waffe habe er von Jürgen Länger (der leugnet das) gekauft, für 2000 DM, und im Frühjahr 2000 an Carsten Schultze verkauft, für 2500 DM.

Und das war jetzt plötzlich eine "Osteuropäische Dienstwaffe mit Schalldämpfer".
Die Dönerceska.

Carsten Schultze wurde dann solange "bearbeitet", bis er sich selbst belastete, also wegen 9-facher Mordbeihilfe angeklagt wurde, allerdings auch mit einem Deal: Jugendstrafrecht, Zeugenschutzprogramm, Entlassung aus der U-Haft.

Und so verkündete der RA Pausch, Verteidiger von Carsten Schultze, sein Mandant habe zugegeben, im Frühjahr 2000 eine Waffe mit Schalldämpfer an die Uwes überbracht zu haben.

Die Schweizer Dönermordwaffe ward geboren, am 23.02.2012.

In der von Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe zuletzt genutzten Wohnung in Z. , F. straße 26, wurde im Brandschutt eine Pistole Ceska 15 83 Kaliber 7,65 mm, (wieder sichtbar gemachte) Waffennummer 034678, mit aufgesetztem Schalldämpfer sichergestellt. Eine kriminaltechnische Vergleichsuntersuchung ergab, dass aus dieser Waffe an allen der neun Tatorte aufgefundene Projektile verfeuert worden waren (Gutachten des Kriminaltechnischen Instituts des Bundeskriminalamts vom 6. und vom 7. Dezember 2011 - KT 21 - 2011/6242/4; /5; /28).
http://openjur.de/u/433686.html

Jetzt hatte man zu seiner Ceska endlich auch den Boten/Käufer/Verkäufer.__________________

Das Gericht reist also heute in die Schweiz, um folgende Aussagen zu erhalten:


Götzl fragt zu einem Rechtshilfeersuchen Schweiz. We. sagt, er wisse das nur aus den Akten: Aufgrund von Waffenbüchern habe nachvollzogen werden können, dass die Ceska-Tatwaffe am 10.4.1996 an das Waffengeschäft Schläfli & Zbinden (siehe Protokoll zum 47. Verhandlungstag) und am 11.4.1996 an Peter Anton Ge. versandt wurde. Ge. habe geäußert, dass Mü. die Idee gehabt hätte, dass man durch Waffenerwerbsscheine auch Geld verdienen könnte, er habe seinen an Mü. verkauft. Das Päckchen habe Mü. bei ihm abgeholt. Mü. habe gesagt, es mache keinen Sinn in der Schweiz Waffen zu verkaufen, deswegen würde er es in Deutschland verkaufen. Mü. habe das bestritten, aber eingeräumt, allgemein Waffen an- und verkauft zu haben, er habe auch zwei Personen bei Schläfli & Zbinden gekannt und da Faustfeuerwaffen und Gewehre gekauft. Das lasse sich in den Waffenbüchern auch nachweisen.
Ob Herr Gerber und Herr Müller diese Aussagen morgen und übermorgen wohl bestätigen werden?  Man wird sehen...

Es gibt viele Möglichkeiten siehe hier: A bis E...

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Die KLEINE ANFRAGE der Partei DIE LINKE zu Treffen von Holger Gerlach und Carsten Schultze mit Zeugen im NSU-Prozess unter Mitwirkung der BKA-Zeugenschützer gehört in diesen Zusammenhang unbedingt mit hinein:

Holger Gerlach traf Alexander und Silvia Scheidemantel geborene Rossberg, die AOK-Kartenbenutzung von 2006 abzusprechen, bzw. die Aussagen dazu, 


Quelle: Focus



... und es dürfte auch um das Alibi Holger Gerlachs für den 25.10.2011 gegangen sein, Stichwort: Abholung letztes Wohnmobil, Gerlachs Bundespersonalausweis, "Zschäpe" und das blonde Mädchen welches "Mama" zu ihr sagte.

Das Alibi Gerlachs für diesen Tag kommt von Prozessbesuchern aus dem Umfeld von "Besseres Hannover". Aus Hannover.
Man darf annehmen, dass da "alles klar gemacht wurde", und das BKA das freundlicher Weise bewachte.

Zu Carsten Schultze wollte die Bundesregierung nicht sagen, WEN er traf mit dem BKA im Schlepptau, welchen Zeugen.

Dazu eine These vom März 2014 aus dem politikforen.net:


Welchen Prozess-Zeugen hat der Angeklagte Carsten Schulze in Begleitung des BKA-Zeugenschutzes getroffen?
Was sollte das Treffen bewirken?

These: Carsten Schulze hat Andreas Schulz getroffen, um die Details des Waffenkaufs 1999/2000 festzulegen: Kaufpreis, Einzelheiten zur Waffe, SCHALLDÄMPFER, Munition, Waffenübergabe in Jena.

Nachdem Carsten Schulze es dann vor Gericht versaut hatte, falscher Kaufpreis und Galeria Kaufhof (eröffnet Oktober 2001, 4 Morde zu spät), wollte die Verteidigung von Wohlleben um jeden Preis verhindern, dass Andreas Schulz als Zeuge vor Gericht Übergabezeitraum, SCHALLDÄMPFER und Kaufpreis an Schulzes vorherige Aussage "anpassen" konnte.

Das ist RA Klemke auch gelungen, Andreas Schulz verweigerte die Aussage, und die BAW hat ihren wichtigsten Beweis verloren.
Hat nur niemand berichtet, fand also gar nicht statt...

EDIT:

WENN es stimmt, dass Angeklagter Schulze und Zeuge Schulz die "Ceska-Übergabe-Aussagen" abstimmten, und das auf Veranlassung der BAW und des BKA, dann ist das ein astreiner Prozessbetrug der Bundesanwaltschaft.

Deshalb verweigert die Bundesregierung auch die Angabe, WEN CS traf.

Wäre ich Verteidiger von Wohlleben, ich würde mir von Andreas Schulz eine eidesstattliche Versicherung geben lassen, und meinen Mandanten aus der U-Haft holen.

Nun, die Entlassung Wohllebens haben seine Anwälte vor Kurzem beantragt.

Der letzte Teil dieser Serie wird Morgen erscheinen. 
Da geht es um die Aluminiumspuren an den Projektilen, 2006 festgestellt, und warum das BKA den Zwickauer Schalldämpfer nicht untersucht haben will.

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